Fechten

„ Fechten ist wie Boxen auf dem Schachbrett" 

so hat einmal eine Deutsche Spitzenfechterin die Sportart umschrieben, die derzeit rund 25.000 Menschen in Deutschland und rund eine Million Menschen weltweit betreiben. 

Es ist nie zu spät, mit dem Fechtsport zu beginnen. Wer davon träumt, einmal bei Olympischen Spielen dabei sein zu dürfen, sollte jedoch möglichst in jüngerem Alter zum Florett greifen. Wem es genügt, sich einfach mal hobbytechnisch zu duellieren, der kann auch noch viel später "dazu-stoßen". 

Fechten kommt bei der Jugend gut an. Jeder nimmt schließlich mal einen Holzstock vom Waldboden (oder den Strohhalm vom Saftglas) und fängt an zu fechten. 


Fechten in Chemnitz 

Seit 1956 waren wir Fechter bei Dynamo Karl-Marx-Stadt bzw. bei der damaligen Hochschulsportgemeinschaft (HSG) aktiv. 

Beide Sportgemeinschaften waren in der Nachwuchsarbeit sehr erfolgreich und konnten immer wieder sportliche Talente an die jeweiligen Leistungszentren und Sportschulen delegieren. 

Nach der Wende wurde der alte Chemnitzer Polizeisportverein wiederbelebt und mit dem Bau unserer Halle an der Forststraße fanden wir ein neues Domizil.

In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die Sektion von zwischenzeitlich ca. 15 Sportlern auf rund 90 Mitglieder zu erweitern.

Mehrmals im Jahr richten wir in unserer Halle Turniere in verschiedenen Altersklassen und verschiedenen Waffen aus. Diese sind Ranglistenturniere in mehreren Bundesländern.

Wenn wir euer Interesse geweckt haben, nehmt doch einfach mit uns Kontakt auf oder kommt Mittwochs 16:00 Uhr zum Schnuppertraining in die Halle an der Forststraße.


Neben den Sportfechtern trainiert in der Fechtsektion des CPSV auch eine Gruppe der „Blossfechter“.


 Wir betreiben ein Hobby, für das sich in den letzten Jahren der Begriff „Historisches Fechten“ etabliert hat. Das bedeutet, dass wir europäische Kampfkünste vom 13. bis zum 19. Jahrhundert anhand von überlieferten Fechtbüchern aus jener Zeit rekonstruieren. 

Dabei geht es jedoch nicht darum, nur einzelne Tricks mit Schwertern nachzustellen, sondern Grundlagen und Prinzipien der alten Fechtweisen zu erforschen, die meist nur indirekt erschlossen werden können. Oft ist es notwendig, weitere Quellen außerhalb der Fechtbücher zu überprüfen, historische Waffen und Rüstungen zu untersuchen und Erkenntnisse der Biomechanik anzuwenden. 

Unsere Interpretationen überprüfen wir regelmäßig in Freigefechten auf Praxistauglichkeit. Dabei bedienen wir uns moderner Schutzausrüstung und Waffensimulatoren, die dem Verhalten historischer Waffen nahekommen müssen, aber gleichzeitig keine Gefahr für den Partner darstellen dürfen. 

Wir trainieren folglich keinen Bühnen- oder Schaukampf und auch kein eingeschränktes Fechtsystem, wie es historische Darsteller (Reenactors) oder Rollenspieler (LARPer) einsetzen müssen, da ihre (Aus-) Rüstung meist nicht alle Körperpartien (v.a. Gesicht) schützen kann. 

Als „historische“ Fechter sehen wir uns als Teil eines wachsenden Netzwerkes in Deutschland und weltweit, in dem Gleichgesinnte ihre Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Rekonstruktion der mittlerweile nicht mehr völlig vergessenen europäischen Kampfkünste austauschen und dabei ihren Horizont erweitern.

Wir kooperieren mit befreundeten historischen Fechtvereinen und sind europaweit auf Seminartagen anzutreffen.

© Conrad Ebert 2016